Vegetarischer Fleischersatz?
Bereits zur Zeit der Industrialisierung vor gut einhundert Jahren gab es so etwas wie eine „Ökobewegung“. Die Reformer wurden allerdings als Hemmschuh des neuen Zeitalters bezeichnet oder als romantische Spinner dargestellt. Zurück zur Natur? Jetzt wo die Dampfmaschine und die Elektrizität erfunden wurden? Die Zeiten haben sich geändert. Nicht aber der Mensch.
Die Probleme mögen anders, vielleicht sogar „moderner“ geworden sein doch der Hang zum Ursprünglichen ist immer noch vorhanden. In diesem Jahrhundert vielleicht sogar mehr den je. Kriminalität und Verkehrschaos, Verarmung und Vereinsamung sind jetzt die neuen Probleme. Zurück zum Ursprünglichen! Das beginnt schon beim Essen.
Längst sind die Konsumenten mündig geworden und lassen sich nicht mehr alles unterjubeln. Künstliche Geschmacksverstärker und krebserregende Farbstoffe oder gentechnisch veränderte Lebensmittel wollen die Verbraucher nicht. Nicht nur die Tierliebe ist ausschlaggebend für den Kauf von Fleischersatz. Rotes Fleisch lässt den Cholesterinwert deutlich in die Höhe schnellen. Doch mit Herz und Kreislaufproblemen wird der Menschen bestimmt nicht alt.
Kalorien – und Fettgehalt haben wenig Einfluss auf den Fleischersatz. Vergleiche haben gezeigt, dass beides ungefähr gleichviel an Kalorien und Fettgehalt aufweist.
Was bringt Menschen nun dazu zum eher teuren Fleischersatz zu greifen? Bei Gammelfleisch und Tierfutterskandalen wird man gerne zum Vegetarier. Beliebt sind Produkte aus Tofu, Sojamehl und Ähnlichem. Neu ist Fleisch auf Milchbasis. Kaum von „richtigem“ Fleisch zu unterscheiden findet man Steaks und Wurst immer öfter im Kühlregal. Momentan nur in Reformhaus und Bioladen erhältlich. Was ist dran, oder besser, was ist „drin“?
Das Aussehen und die Konsistenz des Ersatzes wird durchgehend positiv bewertet. Einige Produkte sind zu fade, andere wiederum zu stark gewürzt. Bei anderen Erzeugnissen fand man künstliche Aromen sowie Hefeextrakt. Künstliche Farben und Geschmacksverstärker haben in Bioprodukten nichts verloren! Wer sich gesund und abwechslungsreich ernähren möchte, sollte auch bei Bioprodukten aufs Etikett sehen. Nicht immer ist „Bio“ auch gleichbedeutend mit „Gesund“.
Bild: shadowvincent – Fotolia.com
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